Kognitionswissenschaft: Wie real ist die Realität?

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Denn in den Räumen
Dieser Wunderwelt ist eben
Nur ein Traum das ganze Leben;
Und der Mensch (das seh ich nun)
Träumt sein ganzes Sein und Tun,
Bis zuletzt die Träum‘ entschweben.
Calderón de la Barca, Das Leben ein Traum

Ein Zwitter aus Nietzsche und Kant ist „State of the Art“ in den Kognitionswissenschaften. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass die Wahrscheinlichkeit evolutionär entstandener Entitäten wie dem Bewusstsein, die Realität zu sehen, gegen Null geht – wie die Hoffmans mathematische Modellierung der Entstehungsprozesses des Bewusstseins zeigt. Hoffman quasi cartesischer Schluss daraus ist: Das einzige, über dessen Existenz ich eine sichere Aussage treffen kann, ist mein Bewusstsein. Da die Existenz des Bewusstseins sicher ist, die Wissenschaft aber weit davon entfernt ist, die Übersetzungslücke zwischen Materie (z. B. Neuronen) und bewusstem Erleben zu schließen, ist Hoffmans Schluss: Es gilt das Konzept von Materie, aber auch zum Beispiel von Raum und Zeit infrage zu stellen. Hierbei könnte es sich quasi auch nur um nützliche bzw. gewinnbringende Apps zur evolutionären Überlebenssicherung handeln. Stattdessen müsse das Pferd anders rum aufgezäumt werden, also unter dem Primat des Bewusstseins, die bisherigen Erkenntnisse müssten mit einer Theorie der bewussten Agenten / Systeme neu gelesen werden.

YANSS 090 – Questioning the nature of reality with cognitive scientist Donald Hoffman

Weiterführende Links:

https://www.quantamagazine.org/20160421-the-evolutionary-argument-against-reality/

http://www.theatlantic.com/science/archive/2016/04/the-illusion-of-reality/479559/

https://www.edge.org/response-detail/25450

 

 

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